„Farben bringen Empfindungen“ Erika Kaiser stellt ihre Werke im Idsteiner Speicher bis 23.August aus.

Aus der Idsteiner Zeitung von Hendrik Jung - Steigt man in diesen Tagen die Treppen der Idsteiner Atelier-Galerie Speicher empor, so gewinnen die ausgestellten Arbeiten mehr und mehr an Figürlichkeit. Trotz des Ausstellungstitels "Abstrakte Malerei: sehen-fühlen-erkennen" ist unter den 27 ausgestellten Werken von Erika Kaiser keineswegs nur abstrakte Kunst zu sehen. "Farben bringen Empfindungen in unser Leben, die die Realität nicht bieten kann", betont die Malerin aus Taunusstein bei der Eröffnung der Schau. Tatsächlich erzeugt eine Komposition aus Königsblau und Gold beim Betrachten ein erhebendes Gefühl. Rote Häuser in schwarzer Nacht dagegen bieten Spielraum für verschiedene Interpretationen. Sie können genauso gut bedrohlich wirken, wie man mit ihren glühenden Wänden auch Wärme assoziieren kann. Die violette Note eines Bildes von drei Landfrauen dagegen weist ziemlich eindeutig darauf hin, dass es sich um eine mediterrane Landschaft handelt. Oft sind es auch die herrschenden Kontraste, die Anregung zum Nachdenken geben. ÖFFNUNGSZEITEN Die Ausstellung "Abstrakte Malerei: sehen-fühlen-erkennen" mit Arbeiten der Taunussteiner Malerin Erika Kaiser ist noch bis zum 23. August im Speicher in der Borngasse 23 in Idstein zu sehen. Die Ausstellung ist jeweils samstags und sonntags zwischen 14 und 18 Uhr geöffnet. Weitere Informationen unter www.speicher-idstein.de.

Erika Kaiser vor ihren Werken

Abstrakte Bilder

So betont die pechschwarze Skulptur mitten in einem frühlingshaft blühenden Garten dessen Farbfülle. Genauso verhält es sich mit dem grauen Gestein und den leuchtend orangenen Blüten einer nordischen Landschaft. „Abstrakte Bilder fordern Fantasie und Intuition", erläutert Erika Kaiser, warum sie sich bei vielen ihrer Arbeiten auf Andeutungen beschränkt. Zweifelsfrei gehören jedoch Blumen zu einer wichtigen Inspirationsquelle für die Spätberufene. Erst seit Ende ihres 40-jährigen Berufslebens widmet sie sich der Malerei, hat aber auch bereits 25 Jahre lang selbst einen Malkurs geleitet.

Mal sind es Vasen mit üppigen Blumensträußen, die Blüten in allen Regenbogenfarben aufweisen. Dann ist es eine Frühlingswiese, auf der frühe Tulpenknospen und späte Schneeglöckchen gemeinsam für Blumenfülle sorgen. Doch nicht nur bei den floralen Motiven sind es die Farben, die den Eindruck des Betrachters prägen. Gleich mehrere Arbeiten tragen Titel, die auf einen Blick auf unsere Welt von oben hinweisen.

Verschiedene Bereiche

Eines davon ist von Erdfarben geprägt, sodass die darauf angedeuteten Figuren an Höhlenmalereien denken lassen. Dann wieder erinnert ein tosendes Blaugrün daran, dass die Erde aufgrund ihrer Wassermassen auch der Blaue Planet genannt wird.

Eine dritte Variante, bei der Grün und Blau durch graue Flächen ergänzt sind, bezieht auch die Landmassen mit ein. Eine andere Arbeit heißt „geordnete Unordnung". Aus den verschiedenen Farbbereichen scheint sich hier eine menschliche Figur in dunklem Blau herauszubilden. Aber vielleicht handelt es sich ja auch nur um eine Empfindung, die mit der Realität gar nichts zu tun hat.

Alle Meldungen