Leuchtende Farben und tiefe Harmonie.

Die zweite Ausstellung der Malerin Pascale Werckshagen im Idsteiner SPEICHER. Aus der Idsteiner Zeitung von Marion Diefenbach. Idstein. „Einfach wunderschön…“ sagt eine Besucherin der Vernissage mit strahlenden Augen, und damit hat sie es auf den Punkt gebracht. Die klaren, abgerundeten Formen der anmutigen, dunkelhäutigen Frauen, die an geschützten Orten einfachen Tätigkeiten nachgehen, ihre sanften Gesichter mit meist geschlossenen Augen und Lippen, die bunten Ornamente, Spiralen, Mandalas auf Kleidern, Kissen oder im Hintergrund verbinden sich zu Kompositionen, die durch ihre tiefe Harmonie und Wärme verzaubern. Von einer „Utopie“, einem Ort, den es gar nicht gibt, einer Art „Ur-Frau“, die die Wiesbadener Malerin kreiert habe, spricht Katinka Fischer, Kulturjournalistin der FAZ, in ihrer Einführung zu „Secret Worlds II“, der zweiten Ausstellung von Pascale Werckshagen im Speicher. Neben Reiseeindrücken wie etwa aus Spanien, Mexiko, Kuba, den USA und Dubai, aber auch indianischen und orientalischen Einflüssen sei Henri Matisse eine Inspirationsquelle der Malerin, erklärt Fischer, die auch auf Werckshagens Skizzenbücher mit Bleistiftzeichnungen und Aquarellen eingeht.

Werckshagen Acryl auf Leinwand

Die später ganz anderen Ergebnisse in Acryl mit realistischen Details wie etwa einer marokkanischen Teekanne, einer Gitarre oder einer Seerose seien trotz der archaisch-verspielten Szenen ohne jedes Anzeichen von Daseinskampf strukturiert und keinesfalls surreal. Die Plastizität und Klarheit von Körpern und Natur und die intensiven Farben werden durch das warme, südliche Licht noch verstärkt und sinnlich wahrnehmbar; darüber hinaus verleiht die Malerin ihren Werken einen „Hauch von Dreidimensionalität“ und Tiefe, indem sie stets die Ränder der Leinwand mit einbezieht.
Männer sind auf den Bildern unterschiedlicher Formate – kleinere mit abstrakterem Charakter und größere von bis zu 2-3 Metern Länge - nicht zu sehen: Die Künstlerin könne sich wohl am besten mit Frauen identifizieren und „einen Mann in diesem Zustand nicht vorstellen,“ meint die Kulturjournalistin. Zu den Tiermotiven zählt beispielsweise ein riesiges drachenähnliches Krokodil unter dem Titel „Crocodile Dandy“, das eher an die Kunst der Aborigines erinnert und irgendwie aufwühlt. Ein „Vogelbaum“ mit frechen rot-gelb-gestreiften Vögeln auf hellbraunen Ästen vor türkisfarbenem Hintergrund wirkt heiter, während man an „Carlo“, einem großen, leuchtend grünen Kater mit faszinierend hellgrünen Augen, für den die längsformatige Fläche von 50x120 cm nicht ausreicht, einfach nicht ungerührt vorbeigehen kann.
„Ich mache das gern,“ sagt die zierliche Malerin, die auch als Kommunikationsdesignerin und Illustratorin tätig ist, und lächelt mit geschlossenen Lippen, genau wie ihre „Ur-Frauen“, die so viel Kraft und Ruhe ausstrahlen.
Die Ausstellung ist noch bis zum 21. September zu sehen.

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