Fotos von historischer Bedeutung

Das Atelier Speicher in Idstein zeigt vom 08. November bis zum 24. November 2013 eine Ausstellung des Fotografen Erich Mehrl über das IG-Farben-Haus - eines der bekanntesten Gebäude Frankfurts. 

Das Gebäude wurde von Hans Poelzig entworfen und von 1928 - 1931 errichtet. Es war die Zentralverwaltung der I.G. Farbenindustrie AG, dem damals viertgrößten Unternehmen der Welt. Nach dem Willen der Bauherren sollte das Gebäude ein „eisernes und steinernes Sinnbild deutscher kaufmännischer und wissenschaftlicher Arbeitskraft“  darstellen. Poelzig entwarf den Bau in der Stilrichtung des früheren Neoklassizismus. Das 250 m lange und 35 m hohe Gebäude hat neun Geschosse. Es wurden u.a. 4.600 t Stahl und 33.000 qm Cannstatter Travertin verarbeitet. 

So wuchtig das Gebäude außen wirkt, innen zeigt der Bau eine lichte Leichtigkeit. Zwischen dem Hauptgebäude und dem Casino befindet sich eine Parkanlage mit Terrassen und stufig angeordneten Wasserbecken mit der von Fritz Klimsch geschaffenen Nymphenfigur „Am Wasser“. 


Das IG Farbenhaus

Das Gebäude entstand auf dem Gelände des Grüneburgparks, der einst der Familie Rothschild gehörte. Im März 1945 wurde das I.G.-Farben-Haus Hauptquartier der amerikanischen Truppen unter General Dwight D. Eisenhower. Das ehemalige Büro von Eisenhower, das erhalten ist und noch heute zu festlichen Anlässen genutzt wird, war Schauplatz historischer Ereignisse. Hier wurde die Hessische Verfassung unterzeichnet, hier erhielten elf westdeutsche Ministerpräsidenten den Auftrag das Grundgesetz zu erarbeiten und hier wurde auch die neue Westwährung die DM verkündet. 

Nach einem Attentat durch das „RAF-Kommando Petra Schelm“ 1972, bei dem ein amerikanischer Oberstleutnant getötet und 13 Personen verletzt wurden, wurde der bislang öffentlich zugängliche Park und das Gebäude zum militärischen Sperrgebiet, was allerdings weitere Anschläge 1976 und 1982 nicht verhinderte. 

Nach der Wiedervereinigung und dem damit verbundenen Truppenabzug der Amerikaner 1995 fiel der gesamte Komplex an den deutschen Staat. Bis 2001 wurde das Gebäude durch das Kopenhagener Architekturbüro Dissing + Weitling renoviert und im Jahr 2001 der Johann Wolfgang Goethe-Universität zur Verfügung gestellt. Inzwischen haben sich die Fachbereiche Theologie, Philosophie, Geschichte, Kulturwissenschaften und Neuere Philologie, sowie das Fritz-Bauer-Institut dort eingerichtet. 

Erich Mehrl ist seit 1998  Freischaffender Fotojournalist, Bildredakteur und Inhaber von Archiv Mehrl. 1988 bis 1997 war er Bildredakteur und Fotograf beim Evangelischen Pressedienst in Frankfurt am Main. Während dieser Zeit auch Referent bei Fotokursen für Tageszeitungsredakteure und Fotojournalisten an der Evangelischen Medienakademie (cpa) in Frankfurt am Main; 1977 bis 1980 Polizeibeamter in Würzburg und München. Nach dem Abitur am Abendgymnasium für Berufstätige in Gießen studierte er Wirtschafts- und Rechtswissenschaften in Gießen und widmete sich fortan der Fotografie. 

Die Ausstellung IG-Farben-Haus wurde von September bis Ende Oktober 2012 in Stuttgart von der Galerie f75 und vom 29. Januar bis zum 15 März 2013 im Frankfurter Presseclub gezeigt. 

Das Atelier Speicher zeigt die Fotos von Erich Mehrl vom 09. November bis 24. November 2013. 



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