Lost`n Found

Von: Susanne Gross Aus der Idsteiner Zeitung... „Lost’n Found“ – der Name war Programm für einen Abend voller musikalischer Fundstücke. Das „Musikalische Fundbüro“ spielte im Idsteiner Kulturform Speicher Stücke von den Beatles, dazu Interpretationen der Werke von J.J. Cayle oder den Dire Straits. Die Sänger, Gitarristen und Bassisten Achim Leicher, Willy Eltgen und Thomas Heumüller präsentierten Hits der späten 60er und der 70er Jahre. Für die rhythmische Begleitung sorgte Bettina Schweer mit ihren Percussion-Instrumenten. Die vier Musiker aus dem Raum Aarbergen, Bad Camberg und Idstein setzten auf Rock und Blues und boten den Besuchern im Rahmen der Kulturreihe tArt-Orte groovige Töne und markanten Gesang. Dieses Konzept stieß auf Anklang: Der Andrang der Liebhaber musikalischer Revivals war groß. Vor Beginn der Veranstaltung mussten noch weitere Stühle herangeholt werden, damit alle Besucher Platz fanden. Voll belegt war der Innenraum, wohin der Auftritt der Musiker aufgrund der regnerischen Wetterlage verlegten worden war.

Die Gruppe „Musikalisches Fundbüro“

So geradlinig wie die ausgewählten Stücke spielten sich die Musiker mit kraftvollen Gitarrenklängen und selbstbewusstem Gesang zu den Besuchern. Leicht hätte ihr Klangvolumen einen größeren Raum erfüllen können. Die rhythmischen Stücke reizten viele Gäste, den Takt aufzunehmen. Bettina Schweer nutzte unterschiedliche Percussion–Instrumente zur rhythmischen Begleitung, zumeist ihr Cajon – eine Kistentrommel. Von Titel zu Titel variierte das stimmliche Arrangement um Lead-Sänger Achim Leicher.
Der Einstieg war rockig. Achim Leicher interpretierte den Crossroad Blues. „Der Titel von Robert Johnson handelt von einem untalentierten Gitarristen, der mit dem Teufel einen Pakt schließt. Nach ihrem Tauschgeschäft kann der Gitarrist wie der Teufel spielen“, erläuterte Willy Eltgen. Ein gelungener Auftakt für ein Quartett mit drei Gitaristen.
Willy Eltgen übernahm auch die weitere Moderation und lieferte Überleitungen zu den folgenden Titeln. Er kündigte die Namen der Interpreten und die Musiktitel an und bot in wenigen Sätzen und Anmerkungen kurze Erläuterung zu den Stücken, deren Inhalt oder dem Entstehungszeitraum.
So ging es von den USA in das London der 60er Jahre. Willy Eltgen erinnerte an die Zeit des Minirocks und leitete über zu einem Titel der Kinks und Ray Davies: „Dedicated Follower of Fashion“. Die Ironie des Stücks wurde wunderbar transportiert von den vier Musikern, die sich beim Gesang und Refrain abwechselten.
Weiteren markanten Gitarrensound brachte das Stück „Sultans of Swing“ der Dire Straits auf die Bühne. Während anhaltender Applaus den Raum erfüllte, wechselten die Musiker nahtlos zu „Black Magic Woman“ von Carlos Santana.
Bis zum Schluss hieß es frei nach den Doobie Brothers „Listen to the Music“ und es reihten sich nie wirklich vergessene Titel aneinander. So erlebten die Besucher einen Abend voller musikalischer Fundstücke, den weniger Nostalgie als vielmehr Temperament prägte.

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