Meditative und explosive Farbexperimente

Aus der Idsteiner Zeitung von Susanne Gross „So vielartig wie das Leben“ lautet der Titel der aktuellen Gemeinschafts-Ausstellung im Idsteiner Kulturforum Speicher. Die Mitglieder der Gruppe UnARTig spielen damit sowohl auf die Vielfalt bei der Wahl ihrer Themen als auch auf die Unterschiede in ihren bevorzugten Stilformen an. UnARTig: Das sind die aus dem Großraum Mainz stammenden Malerinnen Elena Schmeken, Renate Leoff und Kirsten Schankweiler. Zusammengeschlossen haben sich die drei Frauen vor vier Jahren. Seither betreiben sie gemeinsam eine Galerie in der Mainzer Altstadt und teilen sich dort ein Atelier. Die drei Frauen präsentieren erstmals ihre Arbeiten in Idstein. Dabei reicht ihre Palette von realistischen Stillleben über expressive Bilder rund um viele Facetten der Natur bis hin zu meditativen oder explosiven Farbexperimenten. Mitgebracht haben die Malerinnen 44 Arbeiten, ausgeführt zumeist in Acryl auf Leinwand. Hinzu kommen Ölbilder, in Mischtechnik gestaltete Werke, ein Pastell und eine Auswahl an Tuschezeichnungen.

Elena Schmeken

Die in Mainz lebende Elena Schmeken steht für die Position der realistischen Bilder. Sie zeigt acht Arbeiten, vorrangig Stillleben sowie bildliche Metaphern für Vertrauen und Zuversicht. Als malerisch und thematisch besonders reizvoll erweisen sich ihre Stillleben, in denen sie auf unterschiedliche Arten das Thema Malerei aufgreift.
In zwei aufeinander bezogenen Bildern drapiert sie Malutensilien und Kaffeegeschirr auf der obersten Stufe einer Leiter. Hier steht das Thema Malen als Renovieren oder Anstreichen, im Mittelpunkt ihrer Aufmerksamkeit. In klassischer Manier bildet Elena Schmeken eine silberne Zuckerdose mit schwarzen Henkeln ab. Darin spiegelt sich der Würfelzucker. Einer weißen Kaffeetasse mit Löffel sind zwei Pinsel sowie ein Abstreifer hinzugefügt. Die Komposition wirkt wie ein Sinnbild für gleichermaßen Abstand wie Nähe zum Schaffensprozess.
Renate Leoffs Bilder hingegen sind von ihrer expressiven Pinselführung sowie der Betonung der komplementären Wirkung der Farben bestimmt - vorzugsweise von Gelb- und Blautöne, wie in ihrer übergroßen gelben Rose, deren Blütenkörper stark gegen die blaue Farbe des Hintergrundes kontrastiert. Renate Leoff hegt eine Vorliebe für Bildinhalte, die im weitesten Sinn mit Natur zu tun haben. So stellt sie neben Fachwerkstudien ein gelbes Huhn namens Klara aus, bietet Reiher, Frosch oder Rosen zur Ansicht. Renate Leoff ist die experimentierfreudigste der drei Malerinnen, was die Verwendung ihrer Materialien angeht: Ihre zwölf Arbeiten sind teilweise in Acryl ausgeführt, doch sie nutzt auch Pastell, Öl oder Tusche für ihre Bildsprache.
Kirsten Schankweilers Arbeiten nehmen mit 22 Werken den größten Raum in der Ausstellung ein. Die in Limburg geborene Malerin setzt ausschließlich auf abstrakte Kompositionen. Dabei reicht ihre Bandbreite von ruhig angelegten Farbflächen bis hin zu explosiv sich ausbreitenden Farbexplosionen, die eine dynamische Stimmungslage ins Bildhafte übersetzen. Dazwischen positioniert ist ihre Arbeit „Lange genug Zeit“. Die auf zwei Bildtafeln verteilte Komposition ist nach dem gleichnamigen Titel von Cassandra Steen entstanden und wirkt wie die Widergabe einer Lebenskurve mit ihren Höhen und Tiefen und vitalen Intensitäten.
Die Ausstellung ist bis zum 28. Mai im Idsteiner Kulturforum Speicher, Borngasse 23 zu sehen. Öffnungszeiten: Samstag, Sonntag und Feiertage von 11 bis 18 Uhr. Am Samstag 26. Mai: Geschlossene Gesellschaft. Der Eintritt ist frei.






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