Bilder, die das Herz berühren

Von: Susanne Gross Ein Kaleidoskop, das von der Interpretation Alter Meister über die Tierwelt Afrikas bis hin zu detailgetreuen Ansichten der Idsteiner Altstadt reicht, ist gegenwärtig im Idsteiner Kulturforum Speicher zu sehen. Unter dem Titel „Bilder, die das Herz berühren“ präsentiert Ilse Kalinowski 33 Ölgemälde. Die seit 1967 in Idstein lebende Malerin widmet sich in ihren Arbeiten einer breiten Vielfalt an Motiven. So portraitiert sie Tiere: Heimische Hunde, einen Leoparden, Weißkopfadler im Flug. Daneben arrangierte sie Irisblüten als Stillleben und nimmt Magnolien und Tulpen in den Blick. Zwei Landschafts-Tryptichen, abstrahierte Herzen sowie Abbildungen des historischen Stadtkerns ihrer Wahlheimat runden die Palette ab. Die Ausstellung dauert bis zum 30.10.2011 und ist Sa. und So. von 11:00Uhr bis 18:00 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Tubu Normaden

Charakteristisch für die Arbeitsweise von Ilse Kalinowski sind die Vielfalt der Themen sowie ihre detailgetreue Ausführung. Markant bei ihren Arbeiten ist die realistische Wiedergabe von Menschen und Tieren. Ihr gelingt es, die seelenvolle Ausstrahlung der Geschöpfe auf die Leinwand zu übertragen und somit die Individualität der Dargestellten zu transportieren.
Bemerkenswert sind ebenfalls ihre Stadt-Ansichten. So wählt die Malerin für das Bild „Idsteiner Altstadt“ einen Ausschnitt mit Blick Richtung Killingerhaus und evangelischer Kirche. Ilse Kalinowski legt Wert auf perspektivisch genaue und detailgetreue Abbildungen des Fachwerks in Farben und Formen. Jeder Pflasterstein ist in ihrer Hommage an den historischen Stadtkern zu erkennen. Selbst der blaue Briefkasten vor der Touristen-Information findet seinen Platz.
Die Bilder „Tubu-Nomaden“ sowie „Das Geheimnis - Ennedi Gebirge“ sind wirkungsvoll über Eck platziert. Die Arbeiten kontrastieren und ergänzen sich in den gewählten Farben und im Inhalt. Bei „Ennedi-Gebirge“ zeigt Ilse Kalinowski eine Oase, verborgen in einer schwer zugänglichen Felsschlucht. Schroffes Felsgestein in feurigem Orange begrenzt den oberen Bildrand und unterstreicht die Kessellage dieses geheimnisvollen Platzes. Im unteren Teil des Bildes kontrastiert das Blaugrün der Wasserstelle. Dazwischen eine Karawane von Kamelen auf dem Weg zur Tränke. Zwei dort beheimatete Tubu-Nomaden portraitiert Ilse Kalinowskis in ihren traditionellen hellen Gewändern. Die dunkelhäutigen Männer tragen Tuniken in Beigetönen. Der ältere der beiden Männer hält ein traditionelles Jagd-Instrument in seiner rechten Hand. Beide blicken fragend in Richtung des Betrachters. Eine Momentaufnahme aus einer anderen Welt, die von Jagd und Schlichtheit geprägt ist.
Geradezu heiter und ein wenig frivol kommen Ilse Kalinowskis Frauenfiguren daher. Bei „Frau mit Piercing“ und „Frau in rot“ gestaltet sie die Körper zu übertrieben sinnlichen Figuren. Auffällig üppig gerundet wirken deren Hüften und die überschlanken Taillen. Ilse Kalinowski gibt die Realität der Proportionen auf. Sie karikiert die Frauen zu Lustobjekten mit geschlossenen Augen und sinnlich rot geschminkten Lippen.
Die Ausstellung dauert bis zum 30.10. - Öffnungszeiten des Speichers, Borngasse 23: Samstags und sonntags 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.


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