Transmaterialismus von A. Bayreuther

Von: Susanne Gross Scharfe Kanten und sanfte Übergänge, zweidimensionale Objekte und dreidimensionale Formen verbindet Adrian Bayreuther in seinen Bildern. Unter dem Titel „Transmaterialismus“ zeigt der Künstler seine Werke im Idsteiner Speicher. Der in Eschborn lebende Maler präsentiert dreizehn Arbeiten: Konstruktivistisches in Acryl, eine Collage aus Wellpappe und Gouache sowie ein synästhetisches Aquarell. Charakteristisch für die Malweise von Adrian Bayreuther ist die Verschmelzung abstrakter Formen: Diagonalen, Überschneidungen, angeschnittene Farbflächen sowie geometrische, oftmals an kristalline Strukturen erinnernde Formen, überlagern und durchdringen einander.

A. Bayreuther

Im Bild „Transmaterialistische Konstruktion“ platziert Bayreuther einen schwarzen Rahmen innerhalb einer nachtblauen Farbfläche. Gleich einem Rahmen im Bild stellt die Konstruktion gewohnte Sehweisen in Frage. Gelbe, grüne und rote Balken kreuzen den Rahmen. Kleine korrespondierende Farbstriche verteilen sich im unteren Bilddrittel. Bayreuther spielt mit der Wahrnehmung des Beobachters, indem er die Einfügungen mit Schatten unterlegt, die nur auf dem Rahmen auftauchen. Die markanteste Stelle innerhalb der Arbeit bildet der gelbe Balken. Dessen Berührungspunkt mit dem Rahmen weist nicht die charakteristischen scharfen Konturen auf. Stattdessen schafft ein sichtbarer Pinselstrich einen sanften Übergang.
Bayreuthers Arbeit „Malerische Architektonik“ ist ein Beispiel für seine durchkonstruierte Malerei. Der Künstler komponiert kristalline Formen auf der Leinwand. Weiße und schwarze Farbflächen treffen in scharfen Kanten aufeinander. Wo blaue Farbe ins Weiß oder Schwarz verläuft, sind die Übergänge nuanciert und schattig. So vereint das Bild harte und zarte Elemente, bildet definierte Klarheit und ungewisse Übergänge gleichermaßen ab.
Das Aquarell „Synästhetisches C“ entstand dank der Fähigkeit von Adrian Bayreuther, Töne als Farbe wahrzunehmen und in Malerei umzusetzen. Ein Block schwarzer Farbe umfängt einen zartroten Rahmen. Dieser Ton als Farbe umschließt wiederum einen dunklen Kern.
Bei der Arbeit „Stadtpark“ arbeitet Bayreuther mit Wellpappe. So idyllisch der Titel klingt, so gegensätzlich stellt sich der Bildinhalt dar: Kondensstreifen von Flugzeugen, Bahngleise, an Plattenbauten erinnernde Hochhäuser sowie zwei Kreuze sprechen von hereinbrechender Zivilisation und Vergänglichkeit. Lediglich ein astloser Birkenstamm erinnert an eine überlebte grüne Erholungszone.
Ergänzt wird die Ausstellung durch Arbeiten der Künstlergruppe „Drittes Paradigma“. Izabella Pavlushko ist mit zwei Acrylarbeiten vertreten, Constantin Severin präsentiert sein Ölgemälde „Text und Zeit #4“. Werke von Alberto D’Assumpcao und Olga Dmytrenko runden die Ausstellung ab.
Zur Vernissage spielten Wolf Creek aus Bad Soden. Sabine und Heinz-Jürgen Seufert präsentierten Folkmusik, Bluegrass und Country-Songs, etwa das Stück „Duelin Banjos“.
Die Ausstellung dauert bis zum 25. April. Öffnungszeiten: Samstag, Sonntag und Ostermontag von 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.



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