Allerhand Kabarett mit Pro-Viel-Neurosen v. Susanne Gross

Pro-Viel-Neurosen – das neue Kabarettprogramm von „ALLERHAND!“. Carola von Klaas und Christina Ketzer bieten in bewährter Manier Unterhaltungskunst zwischen Comedy und Kabarett. Ihr zweites Programm dreht sich rund um die kleinen bis großen Eigenheiten des Einzelnen und ganzer Bevölkerungsgruppen.

Carola v. Klass und Christine Ketzer in ihrem neuen Programm

Zur Uraufführung im Idsteiner Speicher waren die Stuhlreihen voll besetzt. Selbst auf der Empore hatte sich Besucher niedergelassen, um die heiter-kritischen Sketche der beiden Kabarettistinnen zu verfolgen. Und die Gäste wurden mit fast zwei Stunden bester Unterhaltung belohnt. Schlag auf Schlag: Carola von Klaas und Christina Ketzer reihen ihre 21 Szenen schnell aneinander: Mal treten sie solo auf, dann wieder als perfekt aufeinander eingespieltes Duo.

Textsicherheit, eine leidenschaftliche Spielweise und Ausdrucksstärke bringen das Publikum von der ersten Szene an zum Lachen. Mit humorvollen Dialogen und sinnreichen Solotexte punkten die beiden Künstlerinnen bei den Zuschauern. Sie beobachten den Zeitgeist und karikieren dessen Auswüchse auf ihre unverwechselbare Art
.
Die Bühne: Ein zweistufiges Arrangement mit Korbsesseln, rundem Holztisch und Liegestuhl. Diese vier Quadratmeter verwandeln sich mal in das Wartezimmer einer Schönheitsklinik, dann wieder zur Bühne für „Rasant TV“ oder in den Behandlungsraum einer Zahnarzt-Praxis.
Zumeist dienen wechselnde Kostüme Carola von Klaas und Christina Ketzer als Requisiten. Zudem schlüpfen sie sprachlich in ihre unterschiedlichen Rollen: Hier sächselnd, dort ein französischer oder amerikanischer Akzent. Schließlich ein Gruß aus der Schweiz, als sie über effiziente Bankgeschäfte der „Rankli Bankli“ sinnieren.

Viele Lacher erntet Christina Ketzer für ihren Auftritt als Mitarbeiterin in der Patienten-Aufnahme einer Klinik. Hier werden vornehmlich wohlhabende Scheichs operiert. Voller Stolz präsentiert die Künstlerin erste Erfolge ihres Englischkurses. Sie radebrecht sich auf Deutsch, Hessisch und Englisch durch eine Knieoperation: „The Knie-Frisbee comes away and the new one druff“, verkündet sie voller Ernst.

Brillant zeigt sich Carola von Klaas als Moderatorin von „Germanys next Schrott-Model“. Schon ihr schrilles Outfit sorgt für Lacher: Eine blonde Perücke mit lila Haarband, dazu ein Westchen über dem aprikotfarbenen Trikot und geblümten Leggins. Sie moderiert die Show für das Model der Generation 50-Plus. Gekonnt wandelt Carola von Klaas auf ihren High Heels zum Publikum, um den Teilnehmern des Castings die richtige Gangart vorzustellen.

Die Lachmuskeln trainiert auch der Auftritt der beiden Künstlerinnen als Gegner von Fernsehköchen. Zunächst sind nur Stimmen seitlich der Bühne zu hören. Dann stürmen die beiden vermummten Frauen nach vorne. Sie besprechen ihre Attacken auf Lafer, Lichter und Mälzer. Mit Schneebesen und Kochtöpfen bewaffnet, sabotieren sie die Sendungen der Kochprofis. „Ich zu Markus Lanz im Studio 5. Du zu Tim Mälzer in Studio 1“, stimmen sie ihre Pläne aufeinander ab.

Zum Ende des Abends laufen Carola von Klaas und Christina Ketzer zu Hochformat auf und präsentieren „DSDAS - Deutschland sucht den Alpenländischen Superstar“. Carola von Klaas singt als Salome „Es jodelt der Seppl bei Tag und bei Nacht“ während Christina Ketzer sich bei dem „Klipp-Klapp-Lied“ durch ein Atomunfallszenario trällert. Schließlich geben sie als „Duo Florentine und Josefine“ Hip-Hop-Rap und Opern-Arien zum Besten.

Wohlverdienter Applaus zum Ende. Das Programm der Künstlerinnen kam an. Ihr Profil: Kritische Blicke auf Zeit und Zeitgenossen mit Humor und Tiefsinn präsentiert.

Weitere Vorstellungen: Freitag, 25.03. und Samstag, 26.03. - jeweils 20 Uhr. Es gibt noch Restkarten.

Alle Meldungen