Stimmungsvolle Musik zum Träumen

Kai Habeth und Mathias Kippert als Duo Diffrance im Idsteiner SPEICHER. „Französische Chansons und englische Songs – Musik zum Zuhören und Träumen“ versprachen Kai Habeth und Matthias Kippert. Als Duo Diffrance boten die beiden Musiker einen Abend lang Melodien von Gilbert Becaud über Georges Moustaki bis hin zu Bob Dylan. Für die in Kriftel und Lorsbach lebenden Künstler bedeutete ihr Auftritt im Kulturzentrum Speicher zudem ihre Idsteiner Premiere.

Kai Habeth u. Mathias Kippert im Speicher

Zwei Holzstühle, Western- Gitarren mit Stahlsaiten, zwei Notenständer - die Vorführung begann. Mit „bienvenue“ begrüßte Matthias Kippert die Besucher. Neben dem Gesang übernahm der Musiker zudem die Moderation: Er übersetze einen Teil der Stücke und lieferte kurze Informationen zu den Chansoniers. Die räumliche Nähe zum Publikum nutzte Kippert zum Dialog mit den Zuhörern, etwa wenn er die Anwesenden fragte: „Welche Stücke hat Gilbert Becaud gesungen?“
Wer sich an diesem Abend für das Konzert entschieden hatte, suchte bewusst den Ausflug in die Vergangenheit. Mit den dargebotenen französischen Chansons und englischen Songs lieferten die Musiker die Grundlage für nostalgische Erinnerungen an Auslandsaufenthalte, Studientage oder Reisen. Dementsprechend bewegten sich die Lippen der Besucher beim Refrain von „Comme de bien entendu“ oder „Un peu de paradis“ von Joe Dassin. Die Zuhörer teilten die Begeisterung von Kippert über den poetischen Text von „J’aime Paris au mois de mai“ von Charles Aznavour, einer Liebeserklärung an die französische Hauptstadt. Bei diesem Solo von Matthias Kippert begleitete sich der Musiker zudem auf einer Mundharmonika.

Wie einen roten Faden zog sich das Thema „Liebe“ durch die französischen Chansons - Lieder die ganze Geschichten erzählten. So etwa bei der „Ballade de Jim“ von Alain Souchon. Das Stück handelt von einem Mann, der sich immer wieder aufs Neue verliebt. Selbst als diese Gefühlsstürme zu einem Unfall führen, entflammt er prompt für die grünen Augen der Krankenschwester. Bei „Kilimandjaro“ von Pascal Danel verläuft der Herzschmerz tragisch: Eine Mann nimmt sich aus Liebeskummer das Leben. Kritische Töne schlugen Habeth und Kippert mit dem aktuelleren Stück „Manhattan Kaboul“ von Renaud an. Der Künstler schrieb das Chanson nach dem Attentat von 11. September. Melodie und Text reflektieren die Tragik der Ereignisse.

Nach der Pause erweiterten Kai Habeth und Matthias Kippert ihr Repertoire. Sie bezogen englischsprachige Titel mit in ihr Programm ein. Das Stück „Volons vers la lune – Fly me to the moon“ lieferte Songzeilen sowohl in französischer als auch in englischer Sprache. Mit „Free fallin“ von John Mayer bot Kai Habeth ein Solo. Nach Gordon Lightfoods „If you could read my mind“ und „Wheels on fire“ von Bob Dylan kehrten sie mit einem „Mesdames et Messieurs“ wieder zurück zu den Chansons. Schließlich sangen bei der bekannten Melodie „La Ballade des gens heureux“ - der Ballade der glücklichen Leute - die Besucher erneut den Refrain mit.

Auch bei den Zugaben lieferten Habeth und Kippert zunächst einen Ohrwurm: Das Stück „Aux Champs-Elysées“ von Joe Dassin. Auf Wunsch aus dem Publikum sang Matthias Kippert dann mit „La chanson de jacky“ ein Stück von Jacques Brel. Ihre Interpretation von „Dream a little dream of me“ entließ die Besucher zurück in die Gegenwart.

Susanne Gross






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