Singende Bilder von Kerstin Schulze Dieckhoff

Von: Susanne Gross Töne, Klänge und Lieder, umgesetzt in Malerei und diese akustisch flankierend, bietet die aktuelle Ausstellung mit Werken von Kerstin Schulze Dieckhoff im Idsteiner Speicher. Die in Wörsdorf lebende Autodidaktin lädt mit ihren „Singenden Bildern“ sowie Tonskulpturen die Besucher zu einer doppelten sinnlichen Erfahrung ein: auf den Gebieten des Sehens und des Hörens. In ihrer als „Raum zum Sein“ konzipierten Präsentation haben die Besucher die Möglichkeit, zu neunzehn ausgewählten Arbeiten die dem Bildinhalt zugrunde liegenden Lieder mittels MP3-Player zu hören – gesungen von Kerstin Schulze Dieckhoff mit Ihrer ausdrucksstarken Stimme. Die Künstlerin eröffnet allen Besuchern einen individuellen Zugang zu ihren Arbeiten, etwa die Werke in Stille zu betrachten oder nur die Musik zu hören.

Gemeinschaft Acryl auf Leinwand von Kerstin Schulze Diekhoff

Die Bilder von Kerstin Schulze Dieckhoff verfügen gleichermaßen über Harmonie und Energie und führen den Betrachter Dank ihrer Ausgewogenheit und suggestiven Kraft in die Tiefe. Besuchern, die sich auf das Angebot einlassen, bietet sich ein meditatives Erlebnis.
Obschon die Konturen der Farbflächen, stilisierter Figuren und Motive klar umrissen sind, entbehren die Übergänge jeglicher Schärfe. Das Leben in seinen Facetten und unterschiedlichen Aspekten von Geburt, Wandel, Achtsamkeit, dem „Hier und Jetzt“ findet seinen Niederschlag in den Liedtexten und eine Reflektion in den Bildern. Die Interpretationen der Künstlerin sind zumeist in intensiver doch sensibler Farbsprache angelegt. Dabei verwendet Kerstin Schulze Dieckhoff Gouache, Acryl oder Wandfarbe und ergänzt die Arbeiten mit Sand, Masken oder Blättern - „je nachdem, was das Bild benötigt“. Labyrinthe als Sinnbild des Lebensweges, Engel, stilisierte Figuren sowie Spiralmotive und Hände tauchen mehrfach dabei auf.
Bei der vierteiligen Arbeit „Gemeinschaft“ verschmelzen die Naturtöne durch die vereinfachte Darstellung von Figuren zu einem Gefühl von Zuwendung und Versöhnung. Die anonymisierten Menschen werden in unterschiedlichen Haltungen gezeigt: eine Mutter, die ein Kind auf den Arm trägt oder ein Paar, das einander umarmt. Die Gesten einzelner Figuren überbrücken die durch die Hängung entstandene Kluft zwischen ihnen. Das Aufeinander bezogen sein über eine reale Distanz hinweg hat bei diesem Bild in doppelter Hinsicht etwas Verbindendes.
Das Werk „Wandel“ entstand zu den Zeilen „Willkommen im Licht, lass Altes vergehen, lass Neues entstehen“. Hierbei zeigt sich die Bildoberfläche nicht geschlossen. Durch aufbrechende Flächen hindurch werden Überlagerungen und tiefere Schichten sichtbar, so als ob sich das Neue gerade machtvoll und unaufhaltsam aus dem Alten heraus ankündigt. Ein schemenhaft skizzierter Schutzengel sowie zwei sich frei bewegende Figuren und eine Spirale künden von der Freiheit, die mit dem Weiterentwicklungsprozess verbunden ist.
Die Ausstellung dauert bis zum 24. Oktober. Die Arbeiten sind: samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr zu sehen. Zur Finissage am 24. Oktober bietet Kerstin Schulze Dieckhoff um 17 Uhr die Möglichkeit, mit ihr gemeinsam die Lieder zu den Bildern zu singen. Der Eintritt ist frei.



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