Finissage „Ton und Töne“

Von: Susanne Gross Mit Klängen und Texten endete die Ausstellung „Ton und Töne“ im Idsteiner Speicher. Eine musikalische Performance auf ausgewählten Kunstobjekten setzte den Schlußpunkt der vierzehntägigen Werkschau mit aktuellen Arbeiten von Ines Nickchen und ihren Schülerinnen. Den kreative Herstellungsprozess sowie die Erfahrungen der Frauen im Umgang mit dem Grundstoff Ton spiegelten die vorgetragenen kurzen Texte wider.

Bei den musikalischen Darbietungen reichte die Bandbreite von kleinsten Soli auf keramischer Mondharfe und Percussionobjekten bis hin zu einer Improvisation auf der Querflöte durch Sabine Zekorn-Löffler. Die melancholische Melodie wurde vom glockenähnlichen Klang zweier Schalen und Bali-Glocken untermalt. Zum Abschluss setzten sämtliche Künstlerinnen ihre Ton-Instrumente ein. Die frei improvisierte Klangfolge begann verhalten, um sich in ein kraftvolles Miteinander zu steigern. Gebrauchskeramik und Kunstobjekte wurden dabei mit Hilfe von Klöppeln zum Tönen gebracht, rhythmische Akzente setzen Percussionelemente und Flötentöne wurden den Pfeifen der Windharfe entlockt.
Ingrid Hellfritz aus Königstein lobte die Klangqualität der Objekte: „Der bei 1280 Grad gebrannte Ton für Feinsteinzeug verschafft den Objekten dieses Klangstärke“, merkte die lange Jahre im eigenen Atelier als Keramikerin tätige Besucherin an.
Eingebunden in die Atmosphäre einer nachmittäglichen Kaffeetafel im Innenhof wurden den Gästen zudem Aufnahmen zu Gehör gebracht, die im Rahmen der Ausstellung entstanden waren. Für die Mitschnitte hatten sich die Ausstellungsbesucher als Tonkünstler betätigen können. Inspiriert von der Idee, den „Bambuswald des Yanmingsham“ zum Klingen zu bringen, hatten sie ihre Vorstellung von bewegten Bambuspflanzen vertont. Kraftvolles Klopfen und raschelnde Bewegungen mit dem Rainmaker zeugten von den unterschiedlichen Interpretationen.
Ines Nickchen freute sich über die Experimentierfreude der Ausstellungsbesucher: „Die Gäste sind sehr bereitwillig auf dieses Angebot eingegangen. Einige zeigten sich am Anfang etwas vorsichtig, doch hinterher waren sie stolz auf das Ergebnis. Oft haben sich zwei oder drei Personen ungeplant in ein aufeinander abgestimmtes Zusammenspiel hineinmusiziert“, erläuterte sie.
Die Aufnahmen sind als CD erhältlich. Unter der Leitung von Sabine Zekorn-Löffler an der Querflöte stellen Ines Nickchen und ihren Schülerinnen eigene Improvisationen vor. Darüber hinaus ist die Besucherperformance „Wie klingt der Bambuswald von Yanmingshan?“ zu hören. Die CD kostet 5,- Euro und kann unter info@ines-nickchen.de bestellt werden.

Alle Meldungen