Saxomaniacs trotzen dem Regen

Von Susanne Gross KONZERT Musikgenuss im Speicher / Besucher ließen sich nicht vertreiben. Regentropfen perlten von den bunten Schirmen und das Kopfsteinpflaster im malerischen Innenhof des Idsteiner Speichers glänzte nass vom Regen. Kurz vor Veranstaltungsbeginn öffnete am Samstagabend der Himmel seine Schleusentore und ein halbstündiger Regenschauer zwang die Musiker der Saxophonformation „Saxomaniacs“ sowie die Konzertbesucher zu Geduld und Improvisation. Während die Musiker schützende Planen über das Mischpult und die Boxen stülpten, nutzten die Gäste die Zeit, um sich mit einem Glas Wein oder Bier auf den Bänken in der Garage niederzulassen oder bestaunten die Werke in der Ausstellung „Keramik hoch drei“. Als der Himmel aufklarte, zogen die Musiker mit ihren Instrumenten, Notenständern und Stühlen in die überdachte Hofeinfahrt um. Nach einem kurzen Sound-Check begann Hobby-Künstler aus dem Rhein-Main-Gebiet mit seinem fast zweistündigen Programm.

Die Saxomaniacs im Hof des SPEICHERs

Mit einem kritischen Auge zum Himmel und jederzeit bereit, den Ablauf zu verkürzen, kündigte Christian Schröter, der Kopf der Gruppe, „the best of Saxomaniacs“ an. Doch das Wetter war den Künstlern fortan hold und das Team konnte sein lustvolles Spiel nach Plan durchführen. Auch wenn die Musiker ein wenig improvisieren mussten, tat dies ihrer Spielfreude keinen Abbruch
Die fünfzehn Saxophonisten, deren Saxophone von den Klangfarben Alt, Tenor und Bass umfassen und bis hin zum Sopran-Saxophon reicht, lockten mit ihrem Spiel immer wieder vorbei schlendernde Besucher in den Innenhof. Unterstützt wurde der Sound durch Schlagzeug, Bass-Gitarre und Querflöte.
Einige der Titel, die zumeist im Big Band Sound aufgeführt wurden, hatte Christian Schröder extra für Saxophone umgeschrieben. Im Stück „Senator Sam“ übernahmen die Sopran- und Alt-Saxophone die Rolle der Trompeten. Die Posaunen wurden von den Tenor-Saxophonen ersetzt.
Eine Ausflug in den Latin Jazz gewährte das Stück „Sudden Samba“. Die heitere Melodie setze einen südamerikanischen Akzent in den Verlauf des Abends. Leichtigkeit und sonnige Freude ging von der klangvollen Interpretation der Musiker unter dem besonderen Einsatz der Querflöte aus. Das Gitarrensolo erinnerte dabei an die Spielweise von Carlos Santana.
Der „Doo Wah Blues“ wurde von Christian Schröder scherzhaft als Striptease Blues angekündigt. Bereits nach den ersten Tönen und Takten verstanden die Zuhörer die Anspielung.
Mit „It’s better to smile“ gab das Ensemble den Besuchern einen in Musik verpackten Ratschlag mit auf den Weg. So motivierte das letzte Stück vor der Pause die in der merklich kühleren Abendluft ausharrenden Besucher, den Regenschauer vom Beginn mit Humor zu nehmen.
Heiße Funk Rhythmen gegen die feuchte Kälte boten der Funk Nr. 3 und Funk Nr. 4 nach der kurzen Unterbrechung. Weiterhin standen bekannte Melodien, wie etwa der Marsch „St. Louis Blues“ oder der Bossa Nova „Desafinado“ auf dem Programm. Bei dem populären Stück „Pick up the Pieces“ in der Version von Buddy Rich sorgte das eindrucksvolle Schlagzeugsolo für Zwischenapplaus. Schließlich setzte „Gonna fly now“, die Titelmelodie aus dem Film Rocky, die Besucher noch einmal in Begeisterung.



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