Expressive Aquarelle und Portraits von Peter Eleven

Lebensfreude in Aquarell 29.06.2009 - IDSTEIN AUSSTELLUNG 40 Werke von Peter Eleven im Idsteiner Kultur-Speicher Von Susanne Gross „Ihr Portrait in Aquarell“ lautet der Titel der aktuellen Ausstellung im Idsteiner Speicher. Doch der Darmstädter Künstler Peter Eleven zeigt in seinen über vierzig expressiven Bildern zudem innerstädtische Sujets sowie Acrylgemälde aus dem Zyklus „Arbeit und Mensch“.

Portrait Eleven

Der Schwerpunkt bei den siebzehn ausgestellten Portraits liegt bei Studien, in denen er mit leichter Hand die individuellen Merkmale, Charakterzüge oder die Stimmungslage einer Person erfasst. Der Bedeutung entsprechend sind die Köpfe zentral in der Bildmitte platziert.
Ergänzt werden diese Arbeiten durch Selbstportraits und eine Studie seiner Frau sowie Abbilder bekannter Persönlichkeiten, etwa von Sir Peter Ustinov oder Maria Schell.
Darüber hinaus erwarten den Besucher atmosphärische Ansichten der Idsteiner Altstadt sowie Skizzen aus Höchst und Frankfurt. Ebenfalls vertreten sind Bilder, die in diesem Jahr in Kroatien entstanden sind. Wie ein Reisetagebuch fangen die Boote im Hafen, Straßencafés oder Licht durchflutete Torbögen die südländische Atmosphäre ein.
Unabhängig davon, ob die Arbeiten in Aquarell, Öl, Bleistift oder Acryl ausgeführt sind, zeigt sich die Fähigkeit des Künstlers, einen speziellen Augenblick festzuhalten. Dabei ist kennzeichnend für den Stil von Peter Eleven, dass er einzelne Bildteile ausspart. Die Freiflächen schaffen in den durchdacht angelegten Kompositionen zusätzliche Spannung.
Der Maler zeigt sich sicher in der Wahl der Bildausschnitte und beweißt Gespür für die Perspektive. Auch die Wahl der Farben unterstreicht die Stimmung des Gemäldes.
Im Eingangsbereich des Speichers empfangen den Betrachter vertraute Ansichten: Idstein im Jahr 2009. Auf einem Bild wird der Blick vom König-Adolf-Platz zum Schlossaufgang gelenkt. Ein roter Sonnenschirm und einzelne, im Vordergrund sitzende Personen unterstreichen die sommerliche Atmosphäre. Damit korrespondiert ein Aquarell mit Regenstimmung. Zwei Paare bewegen sich unter blauen und roten Regenschirmen vom Killinger-Haus aus kommend auf den Betrachter zu. Auf der linken Bildseite drängt trotz des grauen Himmels ein helles Licht ins Bild. Es spiegelt sich auf den Gebäuden gegenüber und kündet vom Ende des Gewitters.
Als besonders eindrucksvoll erweißt sich das Selbstportrait „Zeit“ aus dem Jahr 2002. Die in Mischtechnik ausgeführte Arbeit zeigt im Uhrzeigersinn sechs Köpfe des Künstlers, die geschickt miteinander verbunden sind. Als Kind, fast noch farblos, streckt er die rechte Hand aus in die Zukunft. Es folgen ein schüchtern-optimistischer Jugendlicher und ein junger Mann. Im vierten Portrait trägt Peter Eleven erstmals eine Brille. Die Persönlichkeit hat sich entwickelt und der Kopf ist intensiv in der Farbgebung und lebensfroh im Gesichtsausdruck. Ein Profil schließt den Kreis, über den wie ein Bindeglied ein sechster Kopf liegt. Nachdenkliche Zeilen des Künstlers vervollständigen das persönliche Werk.
Lebensfreude bringt das Bild „Spiel Zigeuner“ zum Ausdruck. Die Violine in der Hand des musizierenden Zigeuners teilt das Werk in der Diagonale. Der temperamentvolle Musiker wird mit charakteristischem weißem Hemd und mit roter Weste dargestellt. In der linken oberen Ecke hingegen befindet sich, nur schemenhaft konturiert, ein Kreis von Musikern als Kontrapunkt.
Die Ausstellung dauert bis zum 12. Juli. Öffnungszeiten Samstags und Sonntags von 12 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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