Presse zur Ausstellung „Die andere Sicht der Dinge“

Eine völlig andere Sicht der Dinge Ausstellung mit Werken von Marlis Göbl und Ulrike Mennemann im Idsteiner „Speicher“ Von Susanne Gross „Die andere Sicht der Dinge“ – zu diesem Thema stellen Marlis Göbl aus Idstein und die Taunussteinerin Ulrike Mennemann Photographien und Plastiken im Idsteiner Speicher aus. Wie der Titel bereits andeutet, erwarten den Besucher Bilder, die durch die ungewöhnliche Wahl der Motive ihren besonderen Reiz beziehen.

Foto Göbl

Wie der Titel bereits andeutet, erwarten den Besucher Bilder, die durch die ungewöhnliche Wahl der Motive ihren besonderen Reiz beziehen. So etwa bei der Aufnahme einer geheimnisvollen Prägung im Sand, die bei einer Reise durch Danzig entstanden ist. Auch die Spiegelung des Fachwerkhauses in der Heckscheibe eines PKW birgt durch das so erzielte Querformat einen außergewöhnlichen Anblick. Ihre eigenwillige Betrachtungsweise entdeckt das Besondere im Alltäglichen.
So stellt Marlis Göbl mit einem Teil der Bilder gewohnte Sichtweisen in Frage. In einer Auswahl an Aufnahmen zeigt sie Motive, die auf den ersten Blick nicht eindeutig zu erkennen oder zuzuordnen sind. Ein Stück Baumrinde aus der Toskana ähnelt den Bögen einer steinernen Landschaft. Der Ausschnitt aus dem Domportal zu Münster ruft Assoziationen an einen Vogel hervor. Baumscheiben, Schnitte in einem verrostetem Blech oder ein es Schwimmbecken geben Rätsel auf. Der Photographin geht es nicht um die Dokumentation des Vordergründigen. Daher regen die knapp dreißig Bilder zu einer inspirierenden Auseinandersetzung an. Sämtliche Werke sind unbetitelt, so dass der Betrachter vollkommen unbeeinflusst in seinen Interpretationen bleibt.
Die Ausstellung wird abgerundet durch zwölf Arbeiten der Bildhauerin Ulrike Mennemann. Speckstein, Keramik und Kalk-Sandstein bilden die Grundlage ihres handwerklichen Schaffens. Bei der Auseinandersetzung mit dem Material erhält der Stein eine neue Bedeutung. Dabei berücksichtigt sie dessen Eigenleben, Maserungen und Einschlüsse in der Komposition. So entstehen die Werke einerseits nach Vorlagen, doch stets auch im Dialog mit dem Material. Auf besondere Art gelungen ist dies bei einer Plastik, die im Hof zu sehen ist. Bei dem Objekt „“Quader“ wurde ein gebrochenen Sandstein bearbeitet. Die Bildhauerin hat die Tendenz seiner Ursprungslinien verstärkt und ging den Formen nach, die der Stein bereits andeutete. So entstand ein Objekt, das trotz seiner Massivität eine enorme Bewegung ausstrahlt. Keine der Linien oder Flächen weist ein gleiches Maß auf. Dennoch strahlt der Stein eine proportionierte Ausgewogenheit und spürbare Ruhe aus. Seine genarbte Oberfläche kündet von den Spuren, die das verwendete Spitzeisen bei der Bearbeitung hinterließ. Einen Überblick über die Vielfalt ihrer Arbeiten erhält man bei der Betrachtung der Werke, die an der Stirnseite des Raumes in der ersten Etage platziert sind. Die Objekte Schnecke, Steinbock, Zueinander und Nächtlicher Besucher bieten einen Querschnitt der verwendeten Materialien und deren unterschiedliche Farbigkeit. Auch die Beschaffenheit der Oberflächen unterscheidet die Werke voneinander. Besonders reizvoll ist das Objekt Steinbock. Es vereint die glatt polierte Oberfläche von Speckstein mit einer fein strukturierten Partie in der Bruchkante des Steins und dessen zweiter Hälfte.
Die Ausstellung ist bis zum 28. September samstags und sonntags von 14 bis 19 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Alle Meldungen