KERAMIK

Sinn für Proportion und Ästhetik so lautet der Pressetext von Suasnne Gross in der Idsteiner Ausgabe der Rhein-Main Presse

Sinn für Proportion und Ästhetik

Ines Nickchen und Schülerinnen zeigen „Impressionen aus der Werkstatt“

Von Susanne Gross


„Kunst ist das Streben nach Harmonie“, so lautet das Credo von Ines Nickchen, und das Ergebnis ihrer Suche nach der perfekten Balance von Gewicht, Form und Glasur in ihren keramischen Arbeiten präsentiert die aktuelle Ausstellung „Impressionen aus der Werkstatt“ im Idsteiner Speicher.
Die in Glashütten lebende Künstlerin zeigt einen Querschnitt ihrer Werke aus den letzten Jahren. Dabei vertreten sind sowohl alltagstaugliche Gebrauchsgegenstände, wie etwa Teekannen nebst Tassen sowie Vasen, Dosen und Schalen in unterschiedlichen Größen als auch künstlerisch frei gestaltete Objekte, Bilderserien in variationsreicher Ausführung sowie still sprudelnde Brunnen.
Kennzeichnend für die Gebrauchskeramik ist deren dünnwandige Beschaffenheit. Fein ausgedreht und in geduldiger Handarbeit mit der Variation eines chinesischen Glückssymbols verziert, zeugen die in dezente Farben oder kräftiges Lackrot getauchten Geschirrteile vom ausgeprägten Sinn der Künstlerin für Proportion und Ästhetik.
Dem gegenüber stellen die freien Arbeiten die Vielfalt ihrer Ideen unter Beweis. So befinden sich auf dem Balkon zwei im wahrsten Sinne des Wortes brandneue Arbeiten, die erst am Morgen der Ausstellungseröffnung aus dem Ofen kamen. Es handelt sich um pyramidenförmig ausgeführte Stücke, deren Durchbruchmuster an die Fenster gotischer Kathedralen erinnert. Eine der beiden geometrischen Formen umläuft ein Band aus filigranen Aussparrungen, während bei der anderen die Felder spitz nach oben zulaufen und sich so der Ursprungsform anpassen.
Immer wiederkehrend zeigt sich das runde fünfteilige Glückssymbol. Am deutlichsten tritt es bei einem als Tischfuß dienenden Objekt, das eine Glasplatte trägt, hervor. Dieser Sockel wird zudem von einem schlangenhaften Wesen mit Drachenkopf umspannt.
Eindrucksvoll sind auch die Kimonobilder. In einer eigens dafür entwickelten Arbeitsweise druckt Ines Nickchen Vorlagen aus einem japanischen Musterbuch sowohl auf thailändische Seide als auch in Ton. Die Arbeiten werden nebeneinander präsentiert und beziehen ihren Reiz trotz der Ähnlichkeit ihrer Motive aus den unterschiedlichen Effekten der verwendeten Materialien.
Bestechend in ihrer Farbigkeit zeigt sich die Reihe der Bilder mit Ansichten des Stechlin Sees. Einzelne Passagen erinnern an schimmernde Kristalle wie Amethyste, Malachit oder Saphire.
Auf der Galerie und im Garten präsentieren sich die Objekte von acht ihrer Schülerinnen. Diese reichen von Keramikköpfen, deren Ausgestaltung an die Werke des italienischen Künstlers Guiseppe Archimboldo erinnert bis hin zu Variationen zum Thema Schutzengel.
Geöffnet ist die Ausstellung bis zum 27. Juli jeweils samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr sowie mittwochs von 15 bis 18 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung unter 06174-963656.

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