Idsteiner Zeitung vom 26.05.2008

Neue Arbeiten von Erika Kaiser

Von Susanne Gross

Wer malt, bedient sich einer nonverbalen Ausdrucksform. Er kommuniziert mit Hilfe von Farbe, Pinselstrich und Perspektive. Zu diesem Dialog lädt die Ausstellung „Neue Arbeiten“ mit Bildern der Taunussteiner Malerin Erika Kaiser in den Idsteiner Speicher ein. Gezeigt werden Acrylbilder, die vorrangig in den Jahren 2006 bis 2008 entstanden sind. Die Motive reichen dabei von Landschaftsdarstellungen - immer wiederkehrend das Meer und Schiffe - über Menschen bis hin zu Blumen- und Gartenfülle. „Meine künstlerische Neigung geht bis in meine Kindheit zurück“, bekennt die im Rheingau aufgewachsene Künstlerin. Und seit 1975 ist sie ihrem Interesse an der Malerei kontinuierlich nachgegangen, hat Mal- und Zeichenkurse belegt und sich an mehreren Einzel- und Gruppenausstellungen beteiligt. Zudem erteilt sie seit 1992 Malunterricht im „Alten Bahnhof“ in Bleidenstadt. Die Künstlerin entscheidet oftmals erst im Malprozess, ob das Gemälde in seiner endgültigen Fassung eher ungegenständlich oder mehr konkret sein wird. Und gerade dieser Ansatz macht den Besuch der Ausstellung so lohnenswert. Bei manchen der dreiunddreißig gezeigten Gemälde spürt man diesen Entscheidungsprozeß in der Entstehung deutlich. Etwa bei der Komposition „Genesis“ im ersten Stock, worin graue, beige und blaue Nuancen sich sowohl in einer abstrakten Farbensprache ausdrücken, doch der Betrachter auch konkret Himmel und Erde, feste Steine erkennen kann. Spürbar ist zudem die bewusste Auseinandersetzung mit dem von Reike Veldman geführten Atelier und Veranstaltungszentrum. „Ich habe mich in dieses Haus verliebt und bin der Einladung zur Ausstellung gerne gefolgt“, sagt Erika Kaiser. „Dieses Fachwerkambiente ist sehr spannend. Es war durchaus eine künstlerische Herausforderung, die Bilder hier zu hängen“, gibt sie nicht ohne Stolz zu. Mal ist es sehr harmonisch gelöst, so etwa bei den Bildern „im Gärtchen“ und „aus dem Gärtchen“, die sich seitlich von der Tür zum begrünten Freisitz in der ersten Etage befinden – rechts eine deutlich impressionistisch wirkende Gartenszene, links eine Art Essenz aus diesem Werk, ein Strauß, der einzelne Sommerblumen ins Visier fasst. Dann wiederum bestimmen starke Kontraste die Hängung der Werke. So beispielsweise entlang der Treppen zur Empore, wo sich die Themen Mensch, Schiff und Blumen aneinanderreihen. Unterstützt wird dieser Effekt durch die unterschiedliche Farbigkeit der Gemälde sowie der Bandbreite von Abstraktion hin zur Impression.

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